Die Mitte der Gesellschaft

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Klassische Form des Mimikry und der Retorsion. Die ÖVP hat wirklich das 1×1 rechtsextremer Diskursstrategien internalisiert. Ich zeige es euch kurz anhand dieses kurzen Statements. Lehrbuchbeispiel. #NatsAnalyse

Mimikry bezeichnet die Strategie, wenn ein bekannter Diskurs nachgeäfft wird, aber einen ganz anderen Inhalt. Durch den Gleichklang ist der eigene Diskurs somit anschlussfähig für die breite Masse, weil die ja schon den ursprünglichen Diskurs kennt. Klingt kompliziert?
Ist es nicht. Hier beispielsweise geht es darum, dass Menschen nicht an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden dürfen. Diesen Diskurs kennen wir in Zusammenhang mit Armutsbetroffenen oder Flüchtlingen. Aber darum geht es hier nicht. Die ÖVP äfft den Diskurs mit Reichen nach.
Sie nimmt also ein breit akzeptiertes Gefühl und wendet es auf eine privilegierte Gruppe an, die ja überhaupt nicht das Selbe erfahren wie die Gruppen um die es eigentlich geht. Perfide ist, dass d ÖVP es ja den marginalisierten Gruppen nicht zugesteht und Politik gegen sie macht
Die zweite Strategie ist Retorsion. Retorsion bezeichnet die Strategie, wenn man eine Analogie von einer marginalisierten Gruppe zu einer Priviligierten bildet. Also es ist schön und gut, wenn es eine Black Power-Bewegung gibt, dann darf es auch eine White Power-Bewegung geben.
Wenn wir es in Ordnung finden, dass Arme sich wehren, dann müssen wir auch Reichen beistehen. Diese Logik geht sich nur aus, wenn man Machtverhältnisse komplett ignoriert aber sprachlich ist es geschickt und knüpft am Alltagsverstand an. Wenn die, dann die auch.
Und am Ende kommt dann heraus, dass Reiche Angst haben müssen „von der Mitte der Gesellschaft“ (als die sich die Meisten empfinden – Identifikation) „an den Rand“ gedrängt zu werden. Und warum – weil sie der ÖVP ein paar Millionen Euro spenden.
Das ist die selbe strategische Kategorie wie „wir sind die neuen Juden“ oder „Minderheit im eigenen Land“. Die Aneignung des Opferseins von Minderheiten ohne auch nur einen Hauch der Diskriminierung zu erfahren. Die ÖVP begibt sich also wieder in die Opferrolle.
Das hat für die FPÖ schon seit jeher gut funktioniert und spricht auch etwas Tiefliegendes bei den Meisten an. In Zeiten wo alles unübersichtlich ist und man nicht so recht weiß wer wie wo die eigentlichen Bösewichte lauern tut es gut sich als Opfer zu sehen.
Das ist genau die Strategie der ÖVP gerade – schmutziger Wahlkampf-Meldestelle, Reichendiskriminierung, das Volk wird entscheiden. Die ÖVP ist die diskriminierteste Minderheit überhaupt. Das erlaubt einen „von unten“- und „jetzt erst recht“-Gestus.
Weil niemand findet eine reiche Partei m reichen Millionärsspendern und überzogenem Wahlkampf-Budget, die der Inbegriff von Establishment ist, weil sie 33 Jahre ununterbrochen in der Regierung war wirklich sexy. Deswegen versuchen sie es so. Spannend, wenn sie damit durch kommen.
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