Gedanken zum 8. Mai

Lesezeit: ~2 Minuten

Wir haben vier Tage vor dem 8. Mai und weite Teile der bürgerlichen Presse und Parteien machen sich daran Kontakte einer Regierungspartei mit Rechtsextremen und Nazis zu relativieren indem sie sie mit anderen Grindpatzn gleichsetzt.

Nazi oder rechtsextrem sein ist keine Stilfrage. Die sind nicht nur einfach widerlich und unangenehm. Und die sind auch nicht einfach „nur“ irgendwelche sexistischen oder rassistischen Spinner im Narrensaum einer Partei, wie es die FPÖ so gern ausdrückt.
Und deren Tun richtet sich nicht einfach „nur“ gegen Einzelpersonen. Dahinter steckt eine ganze Idee wie Staat und Gesellschaft zu sein hat. Das ist das Gefährliche. Die wollen bis ins Allerletzte bestimmen wie wir Alle zu leben haben. Oder eben nicht. Darum geht es.
Das zu relativieren mit was auch immer geht einfach nicht. Ich weiß nicht wie ich es anders ausdrücken kann. Aber es geht nicht. Das ist der Endpunkt jeden menschlichen Lebens, wie ich es mir vorstelle. Das darf einfach nicht relativiert werden. Das macht mich echt so emotional.
Es macht mich so wütend. Jede Person, die im Rechtsextremismus und Nationalsozialismus nicht den absoluten politischen Feind sieht, den es in letzter Konsequenz immer und egal wie zu verhindern gilt, macht mir schlicht Angst. Es gibt kein aber, keinen Vergleich, keine Relation.
Man wird ja schnell ausgelacht für Tränendrüsengeschichten. Mir egal. Ich weiß noch genau wie ich in Auschwitz stand in dem Raum mit all den abgeschnitten Haaren. Ich dachte ich ersticke. So viel Abgrund hab ich nie wieder gespürt. Jede_r, der_die das relativiert ist mein Feind.
Oder wie ich in Marzabotto stand in dem Mahnmal und Reihe um Reihe Namen und Bilder. Und dann am Wanderweg. Die abgebrannte Kirche. Der Friedhof mit den Einschusslöchern ganz unten in den Kreuzen, weil sie auf die Kinder zielten.
Ihr könnt das nicht einfach relativieren und jedes sexistische, rassistische Arschloch damit gleichsetzen. Ja ich will auch, dass jedes sexistische und rassistische Arschloch Konsequenzen erfährt. Aber Nazis sind Nazis sind Nazis. Aus.
(Sorry für den Ausbruch, mich nimmt das echt mit, wenn das so klein gemacht wird. Wenn man sich dem so entledigen will. Wenn man heimlich froh ist es relativieren zu können. Ich grummel schon wieder still in meine Decke weiter)

Spenden via paypal

Spenden via patron