3 Verteidigungslinien von HC Strache in der ZIB2

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Wollen wir uns über die drei Verteidigungslinien des HC Strache unterhalten, wie wir sie gerade in der #ZiB2 gesehen haben? 1. Das Video ist ein Attentat auf ihn 2. Das gesamte Video würde ihn entlasten 3. Kurz hat Wortbruch begangen #NatsAnalyse

Zu 1: Strache dreht hier Opfer- Täter um. Nicht das was er in dem Video sagt ist das Schlimme sondern, dass das Video überhaupt existiert. Jemand hat all dies gemacht, um ihn loszuwerden. Subtext: weil er und die FPÖ so erfolgreich sind.

Selbst, wenn es so war, hat ihm ja niemand gesagt, dass er all diese Sachen sagen soll. Aber hier kommt es zu keinem Schuldeingeständnis, keiner Entschuldigung.

Spannend dabei ist, dass er den Rechtsstaat desavouiert indem er so tut als sei eine anonyme Anzeige illegitim und nicht ein normaler Vorgang. Er insinuiert auch, das die Staatsanwaltschaft mitmacht bei dem bösen Spiel und völlig unbegründet Hausdurchsuchungen macht.

Hier sind wir in der klassischen Rechten Verschwörungstheorie, wo alles und jede_r aus ist den ach so erfolgreichen Rechten zu schaden. Weil sie es fair und mit offenem Visier nicht schaffen. Kennen wir seit 100 Jahren. Ist aber effektiv.

Zu 2: eine geschickte, neue Verteidigungslinie: die Aussagen waren alle aus dem Kontext gerissen. Würden wir die gesamten 7 Stunden sehen dann wäre alles halb so wild – das passt gut zu 1. Auch die bösen Journalist_innen haben böswillig verzerrt um ihm zu schaden.

Das Schlaue dabei ist: wir alle kennen das Video nicht u die, die es kennen können nicht frei sagen was da noch zu sehen ist, w es offenbar so tief ins Persönliche geht. Diese ethisch u moralisch korrekte Haltung nutzt Strache jetzt aus um sie gegen d Journalist_innen zu spinnen

In Wahrheit würde ihm das gesamte Video wahrscheinlich mehr schaden, aber weil wir es nicht überprüfen können behauptet er einfach das Gegenteil. Wahrscheinlich streichelt er 6 1/2 Stunden süße Hundenwelpen und wurde dann zu den inkriminierten Aussagen genötigt.

Und zu 3: auch das können wir nicht überprüfen, weil wir nicht wissen es hinter verschlossenen Türen passierte. Aber dadurch stellt er sich als integer und opferbereit dar, während Kurz intrigant und machtgeil ist. Damit spielt er natürlich geschickt in schon bestehende Images.

Das Bild, das er schaffen will ist: der grundsätzlich ehrliche und nette Strache hat sich besoffen zu Prahlerei hinreißen lassen, war bereit die Konsequenzen zu tragen und wurde dann von der ÖVP und den Medien weiter getrickst und unfair behandelt. Das ist unfair.

Und jetzt macht auch noch die Staatsanwaltschaft mit. Weil sie anders der FPÖ nicht beikommen können.
Für Leute, die den bestehenden demokratischen Institutionen ohnehin misstrauen, ist das eine schlüssige Rationalisierung der unübersichtlichen Ereignisse.

Er bereitet sich damit ganz klar auf ein Politik-Comeback vor. Wir haben sicherlich noch nicht das Letzte von Strache als Politiker gesehen.
Ich wünsche euch trotzdem eine gute Nacht.

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